Ich helfe einer Kuh


Wo ist meine Herde?

Ich bin bei Wolkenstein in den Dolomiten spazierengegangen. Plötzlich hörte ich jämmerliche Rufe von einer Kuh. Ich drehte mich um und sah ca. 50 m hinter mir eine Kuh laut rufend auf dem Weg stehen. Daraufhin ging ich näher an sie ran und fragte sie, was sie denn für ein Problem hat und ob ich ihr helfen könnte. Sie meinte, dass sie den Anschluss zu ihrer Herde verloren hat und nun sehr einsam ist. Deshalb rufe sie nach ihren Kollegen in der Hoffnung, eine Antwort zu erhalten. Bis jetzt kam aber noch keine. Da mir schon vor einiger Zeit Kühe entgegenkamen, sagte ich ihr, sie sollte auf dem Weg von mir weggehen, dann würde sie andere Kühe finden, die vielleicht zu ihr gehörten. Die Kuh meinte, dort seien aber zu viele Menschen, die ihr Angst machen. Ich sagte dann, sie könne ja zu den Menschen etwas Abstand halten, aber sie sollte trotzdem dem Weg entlanggehen und sich nicht von den Menschen abdrängeln lassen. Meistens haben die Menschen dann genausoviel Angst vor ihr, wie sie vor ihnen. Die Kuh überlegte noch kurz und ging dann neben dem Weg von mir weg. Nach ca. 30 Minuten bekam ich dann eine glückliche Rückmeldung „Jetzt habe ich wieder meine Kumpels gefunden. Vielen vielen Dank!”


Jetzt sind wir wieder alle zusammen.
Bin ich glücklich.

Das machte auch mich glücklich, weil ich wieder einem Tier helfen konnte. Auf dem Rückweg begegneten mir dann die ganze Herde und besonders die eine verlorene Kuh war dann so glücklich, dass sie sich nochmal bei mir für die Hilfe bedankte. Kann man besseres erhalten?

Zwei Jahre später war ich wieder in Wolkenstein. Am Morgen wurden die Kühe auf die Weide getrieben. Ich fragte die Kühe, wie es ihnen geht. Daraufhin meinte eine Kuh: „Wir kennen uns ja schon. Du hast mir doch mal geholfen, dass ich meine Kumpels wiedergefunden habe.” Mir kam die Kuh auch bekannt vor und ich freute mich mit ihr, dass wir uns gesund und munter wiedergetroffen haben.

 

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