Wir fahren auf die Nordseeinsel Ameland

Hier haben wir 3 Wochen gewohnt.

Inzwischen wird es langsam Herbst und Frauchen ist schon wieder am Kofferpacken. Hoffentlich darf ich mitfahren. Frauchen meint, sie wollen Wattlaufen. Ich weiß aber gar nicht, was das bedeutet. Was ist Watt? Ein Berg, ein Tal oder ein Fluss? Naja, ich werde mich überraschen lassen. Jedenfalls stelle ich fest, dass Frauchen mein Futter, Leckerlies, Spielzeug und meine Decken eingepackt hat. Nun bin ich voller Vorfreude, denn ich darf offensichtlich mitfahren. Am nächsten Morgen geht es tatsächlich bald nach dem Frühstück mit dem gepackten Auto los. Wir fahren stundenlang, den ganzen Tag mit kurzen Pausen, die gerade zum pullern, trinken und etwas essen reichen. Aber was macht man nicht alles so als Hund, nur um dabeizusein. Nachmittags kommen wir in Holland an einem kleinen Hafen an und müssen auf unsere Fähre warten. Am Hafen gehen wir noch ein wenig spazieren, denn wir wollen uns ja alles genau ansehen und haben ja nun Zeit. Ich denke, dass ich bald stundenlang alleine im Auto verbringen muss. Aber als wir mit dem Auto auf der Fähre waren, holte mich doch plötzlich Frauchen aus dem Auto und ich durfte doch tatsächlich die ganze Überfahrt bei meinen Leuten sein. Ich war so froh, daß ich am liebsten alle stürmisch begrüßt hätte, was ich aber nur in wenigen Ausnahmen durfte, denn manche Leute waren ganz scharf darauf mich abzuknuddeln, was ich ja auch sehr gerne habe. Nach der Ankunft auf Ameland mussten wir noch etwas autofahren, bis wir in unserer Ferienwohnung Suudwest in Hollum waren. Sie war nicht besonders groß, aber gemütlich und ich habe auch gleich eine Wasserschüssel gefunden. Es war einfach schön, denn wir wohnten auch nicht mitten im Dorf, sondern außerhalb. Auf der einen Straßenseite stand noch ein Haus, auf der anderen Seite waren Schafe, also für die nächsten 3 Wochen unsere Nachbarn. Dann gab es noch 2 Scheunen und viele Schafe und einige Pferde, einfach traumhafte Nachbarn. Es war auch gar nicht weit zum Strand und auf der anderen Seite ins Dorf, also brauchten wir auf dieser Insel eigentlich gar kein Auto zu fahren, wir konnten alles wichtige zu Fuß erreichen.

Was für ein seltsames Riesending.
Ich habe so etwas noch nie gesehen.

Wir waren fast jeden Tag am Strand und jeder hatte dort sein Vergnügen. Frauchen sammelte Muscheln, Herrchen beobachtete das Wasser, wie es kam und ging. Die Menschen nennen das Gezeiten, nämlich Ebbe und Flut. Schön war es für Herrchen, wenn Wind war und ordentlich viele hohe Wellen entstanden. Ich jagte lieber die Strandvögel. Die großen Möwen flogen dabei immer auf hohe See, was mir gar nicht gefiel, denn dabei bekomme ich doch einen nassen Bauch. Ich plansche zwar gerne im Wasser, aber der Bauch soll bitte trockenbleiben. Dann waren da aber noch so kleine Steinwälzer, die flogen immer am Strand entlang und ich konnte sie gut jagen. Dabei kam ich jedoch oft Frauchen und Herrchen zu weit weg, denn ich merkte dabei nicht, wenn ich über 500 Meter von ihnen weggerannt bin. Ich bin einfach immer den Vögeln nachgerannt und die waren so schnell, dass ich Mühe hatte im Watt nachzukommen. Watt ist übrigens, wie ich gelernt habe, nasser Sand, der bei Flut vom Meer überschwemmt wird. Dabei sammeln sich dort eine Menge tote Tiere an: Muscheln, Quallen, Krebse und manchmal, man kann es kaum glauben, kommt da doch tatsächlich so ein riesiges Meerestier an, das auch Frauchen und Herrchen nur schwer erkennen und das eine Menge Aufsehen unter den Menschen macht. Dabei kommen alle Leute aus der nahen und weiten Umgebung angefahren, um das große Tier zu sehen. Damit es nicht wieder im Meer verschwindet, wird es sogar noch von einem Bauer mit seinem Trecker an einem Seil festgebunden, der es versucht weiter ans Land zu ziehen, was aber nicht ganz möglich ist. Was ist das für ein Tier, das da doch tatsächlich kam, als wir an den Strand gingen. Es war keine 2 km von unserer Wohnung entfernt. Als die Flut weiter zurückging, kamen noch riesige Flossen zum Vorschein, eine Flosse war so groß wie ich. Die Haut war dunkel, aber an vielen Stellen schon abgeschabt und dann kam helles Fleisch zum Vorschein. Wenn man sich in den Wind stellte roch es nach totem Fisch. Bei Ebbe stellten wir fest, dass es ein verhältnismäßig kleiner Buckelwal war. In Fernsehen wurde abends darüber berichtet, dass ein Buckelwal zwischen Terschelling und Ameland gefunden wurde, und dann von einem Boot nach Ameland gezogen wurde. Am nächsten Morgen wurde er dann geschlachtet und die Knochen sollen dann präpariert werden und in einem Museum ausgestellt werden. Das war unser besonderes Urlaubserlebnis, das nicht jeder in seinem Leben hat.

Die kleinen Steinwälzer mag ich zum Fressen gern.

Auf die Steinwälzer wurde ich von Tag zu Tag schärfer. Am Anfang achtete ich noch darauf, keinen nassen Bauch zu bekommen, aber bald war ich so im Jagdfieber, dass ich in Kauf nahm, selbst ganz und gar im Wasser zu landen, ich achtete nicht mehr auf Wasserlöcher, sondern schwamm einfach durch und rannte gleich weiter hinter den Vögeln her. So kamen die Vögel gar nicht mehr zur Ruhe, wenn ich in der Nähe war und Frauchen befürchtete auch langsam, dass ich auf hohe See gerate und sie mich nicht mehr zurückholen kann, also musste ich nun öfter an die Leine. Zum Glück hatte sie wenigstens eine Flexileine dabei und ich musste nicht ständig mit ihr an der Zweimeter–Leine laufen. Wenn keine Vögel zu sehen waren, durfte ich auch weiter alleine laufen, aber das war natürlich nicht mehr so oft möglich. Manchmal kamen auch Autos, die am Strand fuhren, einmal sogar eine Pferdekutsche.

Mit den dreien zu spielen, hat richtig Spaß gemacht.

Ein paar neue Freunde habe ich auch kennengelernt. Es waren natürlich meistens große Hunde, kleine Hunde wurden komischerweise immer auf den Arm genommen, damit ich ja nicht an ihnen schnüffeln konnte und auch ein Spielchen war mit denen nicht möglich. Ich verstehe gar nicht, warum die Leute solche Angst um ihre kleinen Hunde haben, wenn ich komme, schließlich bin ich doch auch kein Riese und habe auch noch keine Hunde angegriffen. Nur wenn ich angegriffen werde, wehre ich mich halt. Sonst bin ich doch ein guter Spielkamerad und renne gerne mit jedem um die Wette, egal wer und was es ist. Naja, wenigstens mit großen Hunden kann ich spielen, auch wenn deren Herrchen oder Frauchen rufen, die hören ja meistens lieber auf meine Spielaufforderung und für Herrchens oder Frauchens Arm sind die zum Glück zu groß und zu schwer.

Manchmal war das Watt ganz locker und glitschig. Dann sind oft Pflanzen dort gewachsen und ab und zu ist der Sand auch schon höher geworden, als ob mittem im Watt Dünen entstehen wollten. Auf dieser Art von Dünen konnte man wenigstens besser stehen. Die Menschen versuchen dort mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen, neues Land zu gewinnen. Dabei ist das Meer mit dem Watt, dem Sandstrand und den Dünen so schön. Ich möchte dort noch öfter hin.

In den Dünen waren Hasen und Fasane, da musste
ich an der Leine bleiben.

Wenn wir einmal nicht an den Strand gingen, wanderten wir in den Dünen. Das war zwar eine trockene Angelegenheit, aber das Meerwasser ist ja doch zu salzig, um dort den Durst zu löschen. Ich war jedenfalls froh, dass Frauchen immer einen Trinknapf und eine volle Wasserflasche dabeihatte.

Frauchen hat sich öfter mit den Schafen, die bei uns in der Nachbarschaft wohnten, mental unterhalten. Aber hierüber erzählen wir im spirituellen Teil unserer Seite.

Leider ging auch der Urlaub zu Ende und wir haben nun schon Oktober, so werden die Tage immer kürzer und kälter. Nun verbringen wir noch ein paar schöne Wochen in diesem Jahr in unserem eigenen schönen Haus mit Garten.

 

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