Wir fahren in die Schweiz in Urlaub

Heute hat mein Frauchen schon wieder Koffer und Taschen gepackt. Ich habe genau kontrolliert, dass sie auch eine Tasche für mich gepackt hat. Nun bin ich schon ganz aufgeregt, denn ich denke, wir werden wieder alle zusammen verreisen, denn Frauchen und Herrchen sind auch schon ganz froh, dass nun alles ins Auto geladen werden kann. Aber wir werden wohl noch einmal zu Hause schlafen müssen.

Die hintere Hälfte von diesem Doppelhaus hatten wir
3 Wochen ganz für uns allein.

Dieser Wassernapf ist viel schöner
als der im Haus – und er fließt.

Am nächsten Morgen hatte ich schon keine richtige Ruhe mehr, wirklich eine Pfütze in den Garten zu machen. Schließlich wollte ich ganz sicher gehen, dass ich mit Frauchen nicht die Abfahrt verpasse. Dann war es endlich so weit, ich durfte ins Auto springen und mich in meine Transportbox schlafen legen. Das war das schönste Erlebnis für heute. Wir fuhren stundenlang und machten ab und zu mal eine Pause. Wie immer darf ich dabei schnüffeln, pullern und Wasser trinken. Abends suchten Herrchen und Frauchen für uns drei ein Quartier für eine Nacht. Das geht normalerweise problemlos. Diesmal hat vermutlich nicht mal jemand gemerkt, dass ich auch dabei war. Ich bleibe ja auch ganz still im Zimmer, wenn meine Leute essen gehen oder das Auto ent– und beladen. Hauptsache ich habe meine Transportbox, ein Kissen zum Spielen, einen Kauknochen und Wasser.

Am nächsten Morgen fahren wir dann wieder weiter über Österreich in die Schweiz. Gegen Mittag kommen wir in Disentis an und Herrchen und Frauchen sind langsam hungrig. Wir parken unser Auto auf einem Parkplatz und gehen in eine Pizzeria essen. Dort stört sich auch keiner an meiner Anwesenheit, anscheinend sind hier viele Tierfreunde. Nach dem Essen fahren wir die Landstraße weiter nach Sedrun und dann eine kleine Nebenstraße mit Kurven über die Rheinbrücke nach Cavorgia. Das ist ein kleiner Stadtteil von Sedrun mit nur wenigen Häusern.

So finden wir auch gleich unser Ferienhaus, das ganz toll und schön groß ist. Wir fühlen uns gleich wie zu Hause. Ich finde auch gleich einen großen Korb mit Decke und Kauknochen vor. Außerdem steht zur Begrüßung ein großer Wassernapf mit Wasser in der Küche. Wirklich, so gastfreundlich bin ich noch nie begrüßt worden. Frauchen legt noch meine eigene Decke mit in den Korb und so kann ich mich die nächsten drei Wochen dort vom vielen Wandern erholen.

Wir sind wirklich in den 3 Wochen jeden Tag zusammen gewandert. Das war vielleicht schön – so könnte es immer sein, aber leider geht das wohl zu Hause nicht. Zwischen Cavorgia und Sedrun fließt der Rhein. Er ist aber hier viel kleiner, als ich es von unseren Ausflügen im Rheingau gewohnt bin. Hier kann ich ja durchlaufen und richtig mitten im Fluß planschen, nur leider darf ich es meist nicht, weil zwischen der Rheinquelle und uns ein Stausee ist, wo plötzlich viel Wasser abgelassen werden kann. Erlebt haben wir das zwar nicht, aber sicher ist sicher, denn ich will doch noch viele Jahre bei Herrchen und Frauchen sein. Einmal sind wir auch direkt bis kurz vor die Rheinquelle gelaufen. Das war wirklich toll, denn hier durfte ich nach Herzenlust im Rhein planschen.

 

Wir sind auch manchmal durch den Wald über Cavorgia zum Rein da Nalps gelaufen. Das ist ein kleiner Nebenfluß vom richtigen Rhein. Einmal sind wir etwas weiter gelaufen und kamen zu einem Schornstein mitten in der Natur. Auf einer Tafel wurde erklärt, daß es die Entlüftung der NEAT–Baustelle ist. Das sah vielleicht komisch aus, wie da der Wasserdampf herauskam.

 

Wir wollen zum Gipfel.

Ein paar mal waren wir zum Oberalppaß gefahren und sind dann dort gewandert. Am Paß und am Oberalpsee war viel Trubel, aber wenn wir ein Stück gewandert sind, wurde es immer einsamer und ich durfte auch meistens ohne Leine laufen. Nur Kühe oder Wildtiere durften nicht in der Nähe sein. Einmal sind wir zum Piz Calmut gelaufen. Unterwegs kamen wir an einem Steinbruch vorbei, an dem Specksteine für Öfen abgebaut werden. Herrchen und Frauchen haben sich gleich ein paar Steine mitgenommen. Specksteine sollen schließlich gegen Hautkrankheiten helfen und wenn man sie in die Sonne legt, speichern sie lange Zeit noch die Wärme. Ich durfte im Steinbruch nach Herzenslust toben und über die glitschigen Specksteine klettern. In der Nähe des Steinbruchs habe ich noch ein kleines Moor entdeckt. Darin sprang ich herum, dass die Moorpampe richtig spritzte. Es war ja außerhalb vom Weg und ich war ganz alleine dort. Als ich genug hatte, ging ich schnell, schmutzig und zufrieden zu meinem „Rudel” zurück. Mein Fell trocknete aber bald und der ganze Matsch ist dann abgefallen. Das war mein Glück, sonst hätte ich wohl zum ersten Mal gebadet werden müssen.

 

Hier ist der Rhein schon ein
richtiger Fluss.

 

Dann wollte Herrchen zur Rheinschlucht mit uns fahren. Zuerst wollten wir ab Sedrun mit der Eisenbahn fahren, als Herrchen aber den Fahrpreis hörte (111 Schweizer Franken) wollte er doch lieber das Auto nehmen. Wir sind dann mit dem Auto bis zur Station Valendas–Sagogn gefahren. Dann sind wir bis Station Versam–Safien immer am Rhein entlanggelaufen. Das war ganz toll und ich durfte am Rheinufer im Sand buddeln und Rheinwasser trinken, denn hier ist es wohl noch sauber. Zurück zum Auto sind wir dann doch mit der Bahn gefahren, denn Herrchen und Frauchen waren müde und die Rückfahrt kam wohl nicht so teuer, der Zugführer hat mich sogar kostenlos reisen lassen, angeblich war ich im Zug im Rucksack – so ein Quatsch, dort würde ich mich nie hineinzwängen lassen.

Leider geht der schönste Urlaub auch mal zu Ende und wir mussten wieder alles einpacken und nach Hause fahren. Aber nächstes Jahr wird es ja wieder irgendwohin in den Urlaub gehen.

 

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