So werde ich gepflegt

Ein paar mal in der Woche holt Frauchen eine alte Decke und legt sie auf den Tisch. Das gefällt mir weniger gut, denn es bedeutet, daß sie mich gleich pflegen will. Trotzdem muss ich mich dann halt notgedrungen auf den Tisch heben lassen.

Als erstes wischt mir mein Frauchen die Augenwinkel mit einem alten angefeuchteten Taschentuch aus. Sie nimmt ein Taschentuch, weil es nicht fusselt und meine Augen reizt, aber trotzdem den Schlaf aus den Augen wischt.

Wir üben Zähneputzen.

Zur Vermeidung von Zahnstein putzt Frauchen mir manchmal die Zähne. Sie nimmt dazu ein mit 1 %–iger Wasserstoffperoxid–Lösung (1 Teil 3 %–iges Wasserstoffperoxid und 2 Teile Wasser) getränktes Baumwolltuch und reibt mir damit meine Zähne ab. Da ich noch sehr jung bin, habe ich zwar noch keinen Zahnsteinansatz. Trotzdem soll ich mich an diese Prozedur gewöhnen. Deshalb nimmt mein Frauchen dazu alle 1 bis 2 Tage ein mit einfachem Leitungswasser getränktes Tuch und reibt damit meine Zähne ab.

Dann kontrolliert sie die Ohren mit einer Taschenlampe. Meint mein Frauchen, die müssten mal wieder von Haaren befreit werden, zupft sie mir einfach die Haare aus den Ohren. Das ziept zwar ein wenig, aber ich habe mich ja schon früh daran gewöhnt, dass ich mir solche Prozeduren gefallen lassen muss. Noch weniger mag ich, wenn Frauchen meint, sie müsste die Ohren mit Ohrenreiniger säubern. Dann schüttele ich immer viel zu schnell den Reiniger aus den Ohren oder Frauchen muss mich dabei so festhalten, daß ich nichts machen kann.

 

 

Mein Bart wird gekämmt, nicht rasiert.

Das Kämmen mit dem Hundekamm ist da schon viel angenehmer. Weil Frauchen das so oft macht, sind meine Haare nie verfilzt und es tut dann auch nicht weh. Viele von meinen Artgenossen haben nicht so ein Glück und werden nur selten gekämmt und gebürstet. Dadurch haben sie dann Filzknoten im Haar, die beim Kämmen und Bürsten doll wehtun und ihr Frauchen oder Herrchen wundert sich dann, wenn ihr Hund sie in die Hand beißt. Das ist ja dann auch kein Wunder, eigentlich sollte man da auch mal Frauchen oder Herrchen nur alle paar Wochen die Haare kämmen, dann würden sie es auch merken, wie „schön” so etwas ist. Damit sich bei mir die losen Haare und der Schmutz besser entfernen lassen, bürstet mich mein Frauchen mit einer Hundebürste. Menschenkämme und Menschenbürsten sind zwar in der Anschaffung billiger, aber für unser Hundefell nicht gut geeignet. Gekämmt und gebürstet müssen wir am ganzen Körper werden und nicht nur da, wo es beim Spaziergehen die Menschen sehen. Auch unter den Achseln und am Bauch verfilzt sonst unser Fell.

Schließlich kontrolliert mein Frauchen noch meine Pfoten, ob sich zwischen den Ballen Schmutz oder verklebtes Fell befindet. Wenn es nötig ist, badet sie mir dann die Pfoten in Wasser oder schneidet halt das verklebte Fell ab. Wenn die Krallen zu lang sind, was bei unserem Sandboden manchmal passiert, schneidet sie mir auch die Krallenspitzen vorsichtig ab.

Nach Flöhen, Zecken und anderem Ungeziefer werde ich täglich beim Schmusen untersucht. Wenn Frauchen eine Zecke findet, entfernt sie sie sofort mit ihrer Zeckenzange. Dabei sollte jedoch immer die ganze Zecke mit dem Kopf entfernt werden, sonst kann sich die Bissstelle entzünden. Gegen Flöhe reibt mich Frauchen von Zeit zu Zeit mit einem Spray vom Tierarzt ein. Eine Zeitlang hilft das auch gegen die Zecken.

Geschafft !

Als Abschluss kann ich dann endlich mit Frauchen schmusen und bekomme etwas schönes zu knabbern.

Zum Glück bin ich heute nicht gebadet worden. Das Baden schadet nämlich meiner Haut und mein Fell wird davon weich und lässt sich dann nicht mehr zupfen. Als richtiger Terrier soll mein Fell ja zurechtgezupft werden, d. h. das tote Haar wird ausgezupft. Zum Zupfen gehen wir 2 oder 3 mal im Jahr zu meiner Züchterin, die das sehr gut kann. Diese Sache liebe ich zwar nicht gerade, aber ich lasse es halt trotzdem ohne viel Theater über mich ergehen. Vielleicht kann ich ja beim nächsten Mal nach dem Zupfen wieder mit meiner Schwester Xandra spielen.

 

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